E-Auto zu Hause laden: Tarif, Wallbox, Kosten

Zu Hause laden kostet ungefähr ein Drittel des Preises an der Schnellladesäule. Der Tarif entscheidet über den Rest.

11.09.20265 Min. Lesezeit

Was eine Ladung kostet

Ein Mittelklasse-Elektroauto verbraucht rund 18 kWh auf 100 Kilometer. Bei 28 Cent je kWh sind das etwa 5 Euro, bei einem Autostromtarif mit 22 Cent knapp 4 Euro. An der Schnellladesäule zahlen Sie oft das Doppelte bis Dreifache.

Wer 15.000 Kilometer im Jahr fährt, kommt auf rund 2.700 kWh zusätzlichen Verbrauch. Das ist so viel wie ein Zweipersonenhaushalt insgesamt braucht und verschiebt die Tarifwahl deutlich.

Eigener Zähler oder Haushaltstarif

Mit separatem Zähler für die Wallbox bekommen Sie einen eigenen Autostromtarif mit reduziertem Netzentgelt, weil die Ladeeinrichtung als steuerbar gilt. Der Netzbetreiber darf die Leistung im Engpass drosseln, in der Praxis bleibt genug für die Nachtladung.

Ohne zweiten Zähler läuft alles über den Haushaltstarif. Dann greift die pauschale Netzentgeltreduzierung nach § 14a EnWG, sofern die Wallbox angemeldet und steuerbar ist. Angemeldet werden muss sie ohnehin ab 4,6 kW, ab 12 kW ist zusätzlich eine Genehmigung nötig.

Dynamischer Tarif und Ladeplanung

Das E-Auto ist der ideale Kandidat für einen dynamischen Tarif, weil der Ladezeitpunkt frei wählbar ist. Moderne Wallboxen und die Apps der Anbieter laden automatisch in den günstigsten Stunden der Nacht.

Ohne Automatik lohnt es sich selten. Wer jeden Abend um 18 Uhr einsteckt, trifft die teuerste Zeit des Tages.

Photovoltaik dazu

Mit eigener Anlage laden Sie mittags am günstigsten, weil Sie den Eigenverbrauch nutzen statt einzuspeisen. Eine überschussgesteuerte Wallbox lädt genau dann, wenn Sonne übrig ist.

Für die Wintermonate brauchen Sie trotzdem einen guten Reststromtarif. Rechnen Sie den Jahresverbrauch aus Ladung minus erwartetem Solarertrag, nicht nur aus dem Sommerbild.

Beim Vergleich beachten

Autostromtarife tauchen im normalen Haushaltsvergleich nicht auf, sie brauchen eine eigene Abfrage. Achten Sie auf Mindestabnahmemengen und darauf, ob der Tarif eine Preisgarantie über die gesamte Laufzeit hat.

Öffentlich laden im Vergleich

Zu Hause zahlen Sie den Haushalts- oder Autostrompreis, unterwegs den Tarif des Ladepunktbetreibers. An AC-Säulen liegen die Preise häufig bei 50 bis 60 Cent je Kilowattstunde, an Schnellladern eher bei 70 bis 90 Cent, dazu kommen bei manchen Anbietern Blockiergebühren nach einer bestimmten Standzeit. Der Unterschied zum heimischen Laden ist damit oft größer als der zwischen zwei Stromtarifen.

Für Vielfahrer lohnt eine Ladekarte mit monatlicher Grundgebühr, für Gelegenheitsfahrer das spontane Laden per App. Wer überwiegend zu Hause lädt, braucht beides kaum und sollte die Energie in einen guten Haustarif stecken.

Förderung und Technik

Eine Wallbox mit 11 Kilowatt ist der praktische Standard, sie füllt eine typische Batterie über Nacht und ist beim Netzbetreiber nur anzumelden, nicht genehmigungspflichtig. 22 Kilowatt bringen im Alltag selten Vorteile, weil viele Fahrzeuge einphasig oder auf 11 Kilowatt begrenzt laden. Förderprogramme laufen inzwischen überwiegend über Länder und Kommunen, ein Blick auf die Seite Ihres Energieversorgers lohnt vor dem Kauf.

Häufige Fragen

Brauche ich für die Wallbox einen zweiten Zähler?

Nicht zwingend. Ohne zweiten Zähler bekommen Sie die pauschale Netzentgeltreduzierung, mit zweitem Zähler den vollen Autostromtarif.

Muss ich die Wallbox anmelden?

Ja, beim Netzbetreiber. Ab 4,6 kW besteht Anmeldepflicht, ab 12 kW ist eine Zustimmung erforderlich.

Was kostet 100 Kilometer elektrisch?

Bei 18 kWh Verbrauch und 28 Cent je kWh rund 5 Euro. An öffentlichen Schnellladern liegt der Wert meist zwischen 12 und 18 Euro.

Quellen

  • § 14a EnWG, Festlegung der Bundesnetzagentur
  • Herstellerangaben zum Normverbrauch, WLTP