Zuerst messen, dann handeln
Ein einfaches Energiekostenmessgerät kostet unter 20 Euro und zeigt, welches Gerät wirklich zieht. Oft ist das Ergebnis überraschend: ein alter Kühlschrank im Keller, ein Aquarium, ein Zweitgefrierschrank.
Ohne Messung wird gespart, wo es gefühlt teuer ist. Mit Messung wird dort gespart, wo die Kilowattstunden liegen.
Die großen Posten
Kühlen und Gefrieren laufen ohne Pause. Ein Gerät aus der Zeit vor 2010 zieht leicht doppelt so viel wie ein aktuelles. Bei 300 kWh Differenz sind das rund 85 Euro im Jahr, ein Austausch amortisiert sich je nach Preis in wenigen Jahren.
Elektrische Warmwasserbereitung ist der zweite große Block. Ein Sparduschkopf kostet 25 Euro und senkt den Warmwasserverbrauch spürbar, sofern Sie mit Strom erhitzen. Bei Gas oder Fernwärme wirkt er auf die Heizkostenabrechnung.
Standby und Dauerläufer
Router, Fernseher, Soundbar, Konsole, Drucker und Ladegeräte summieren sich auf 200 bis 400 kWh im Jahr. Eine schaltbare Steckdosenleiste an der Medienwand ist die günstigste Maßnahme überhaupt.
Den Router nachts abzuschalten spart wenig und kostet Komfort. Lohnender sind Geräte, die selten gebraucht werden und trotzdem am Netz hängen.
Waschen, Spülen, Trocknen
Waschen bei 30 statt 60 Grad halbiert den Verbrauch pro Gang. Der Trockner ist der teuerste Helfer im Haushalt, rund 3 kWh pro Ladung bei Ablufttrocknern. Wer im Sommer die Leine nutzt, spart pro Jahr gut 50 Euro.
Der Geschirrspüler ist entgegen dem Ruf sparsam, wenn er voll läuft und im Eco-Programm arbeitet. Vorspülen von Hand macht den Vorteil zunichte.
Was wenig bringt
Das Licht im Flur auszuschalten ist richtig, ändert aber wenig, seit LED üblich sind. Eine LED-Lampe zieht rund ein Zehntel der alten Glühbirne, der ganze Haushalt kommt oft unter 150 kWh im Jahr.
Und der wirksamste Hebel bleibt der Preis je Kilowattstunde. Wer von 40 auf 26 Cent wechselt, spart bei 3.500 kWh mehr als mit allen Verhaltensänderungen zusammen.
Was ein Smart Meter zeigt
Mit einem intelligenten Messsystem sehen Sie Ihren Verbrauch viertelstündlich statt einmal im Jahr. Das allein spart nichts, macht aber sichtbar, welche Geräte den Grundverbrauch treiben. Viele Haushalte entdecken dabei eine konstante Last von 100 bis 200 Watt, die nachts weiterläuft, meist Router, Server, Umwälzpumpe oder ein alter Kühlschrank im Keller.
Wer die Werte einmal über eine Woche verfolgt, findet die größten Posten ohne Messgerät. Danach reicht ein Blick pro Quartal.
Sparen mit Verhalten oder mit Technik?
Verhaltensänderungen bringen zwischen 5 und 10 Prozent, der Austausch alter Großgeräte oft mehr. Beides zusammen kommt selten über 20 Prozent hinaus. Der Wechsel des Tarifs verändert dagegen den Preis jeder einzelnen Kilowattstunde und wirkt sofort auf die gesamte Jahresrechnung. Sinnvoll ist deshalb die Reihenfolge: erst den Preis prüfen, dann die Geräte, dann die Gewohnheiten.
Häufige Fragen
Was kostet eine Stunde Fernsehen?
Ein moderner 55-Zoll-Fernseher zieht rund 80 bis 120 Watt. Bei 28 Cent je kWh sind das etwa 3 Cent pro Stunde.
Lohnt sich ein neuer Kühlschrank wirklich?
Wenn das Altgerät über zehn Jahre alt ist, meist ja. Rechnen Sie den Mehrverbrauch mit Ihrem Arbeitspreis hoch und vergleichen Sie ihn mit dem Kaufpreis.
Bringt Nachtstrom noch etwas?
Nur mit separatem Zähler und passendem Tarif, etwa bei Nachtspeicherheizungen. Im normalen Haushaltstarif gibt es keinen günstigeren Nachtpreis, außer bei dynamischen Tarifen.
Quellen
- co2online, Stromspiegel für Deutschland
- Verbrauchswerte der Verbraucherzentralen
