Richtwerte nach Haushaltsgröße
Ein Einpersonenhaushalt in der Wohnung liegt bei etwa 1.500 kWh im Jahr, zu zweit sind es rund 2.500 kWh, zu dritt etwa 3.500 kWh und bei vier Personen ungefähr 4.500 kWh. Ab fünf Personen rechnet man mit 6.000 kWh aufwärts.
Im Einfamilienhaus liegen die Werte deutlich höher, oft 20 bis 30 Prozent. Grund sind Umwälzpumpe, Gartengeräte, Keller und häufig eine größere Wohnfläche.
Was den Verbrauch nach oben treibt
Elektrische Warmwasserbereitung ist der größte Posten. Wer mit einem Durchlauferhitzer duscht, kommt pro Person auf 500 bis 800 kWh zusätzlich.
Wärmepumpe und E-Auto verändern die Größenordnung komplett. Für beides gibt es eigene Tarife mit separatem Zähler, die günstiger sind als Haushaltsstrom. Rechnen Sie diese Verbräuche nicht in den normalen Tarif ein.
Den eigenen Wert finden
Am genauesten steht er auf der letzten Jahresabrechnung. Zweitbeste Methode: Zählerstand notieren, nach vier Wochen erneut ablesen, Differenz mal 13. Das ist grob, reicht aber für den Vergleich.
Schätzen Sie im Zweifel eher zu hoch. Ein zu niedriger Wert führt zu einem niedrigen Abschlag und später zu einer Nachzahlung.
Warum die Zahl den Tarif beeinflusst
Bei niedrigem Verbrauch schlägt der Grundpreis stärker durch, bei hohem Verbrauch der Arbeitspreis. Deshalb steht bei 1.500 kWh ein anderer Tarif oben als bei 5.000 kWh, obwohl beide dieselbe Postleitzahl haben.
Die größten Stromfresser im Haushalt
Kühlschrank und Gefriertruhe laufen rund um die Uhr und summieren sich auf 200 bis 400 kWh im Jahr. Ein zwölf Jahre altes Gerät zieht dabei leicht doppelt so viel wie ein neues. Trockner, Geschirrspüler und Waschmaschine folgen, je nach Nutzung mit 150 bis 350 kWh.
Unterschätzt wird der Standby-Verbrauch. Router, Fernseher, Konsole und Ladegeräte kommen zusammen auf 200 bis 400 kWh im Jahr, also grob 60 bis 120 Euro. Eine abschaltbare Steckdosenleiste ist die billigste Maßnahme im ganzen Haushalt.
Abschlag richtig einstellen
Der monatliche Abschlag ist eine Vorauszahlung auf den erwarteten Verbrauch. Setzen Sie ihn zu niedrig an, droht am Jahresende eine Nachzahlung. Zu hoch angesetzt geben Sie dem Anbieter ein zinsloses Darlehen.
Prüfen Sie den Abschlag nach jedem größeren Wechsel im Haushalt, etwa nach einem Auszug, einem neuen Gerät oder dem Einbau einer Wärmepumpe. Die meisten Anbieter passen ihn auf Zuruf an.
Häufige Fragen
Wo finde ich meinen Jahresverbrauch?
Auf der letzten Jahresabrechnung, meist auf Seite eins neben dem Abrechnungszeitraum, angegeben in kWh.
Wie viel kostet eine Kilowattstunde im Alltag?
Eine Waschmaschine bei 60 Grad braucht rund 1 kWh, das sind bei 28 ct etwa 28 Cent pro Waschgang.
Zählt der Strom für die Wärmepumpe mit?
Nur, wenn sie über denselben Zähler läuft. Mit separatem Zähler brauchen Sie einen eigenen Wärmepumpentarif, der oft 5 bis 10 Cent günstiger ist.
Quellen
- Verbrauchsrichtwerte der Verbraucherzentralen
- vergleich.de, Wärmepumpenstrom, Stand September 2026
