Stromsteuer 2027: Was Haushalte zahlen und warum sie nicht sinkt

Die versprochene Stromsteuersenkung für alle kommt auch 2027 nicht. Was die Steuer Ihren Haushalt kostet und wo Sie stattdessen ansetzen können.

24.09.20263 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet: Private Haushalte zahlen 2027 nach aktuellem Stand weiter 2,05 Cent Stromsteuer je Kilowattstunde, mit Umsatzsteuer rund 2,44 Cent. Bei 3.500 Kilowattstunden sind das etwa 85 Euro im Jahr. Die Steuer ist bei jedem Anbieter gleich, sparen können Sie nur über den Verbrauch und den Tarif.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, die Stromsteuer für alle auf das europäische Minimum zu senken. Umgesetzt wurde das bisher nur für Industrie, Handwerksbetriebe mit Produktion sowie Land- und Forstwirtschaft. Sie zahlen 0,05 Cent je Kilowattstunde. Private Haushalte zahlen weiter den vollen Satz von 2,05 Cent, und nach einer Übersicht der Fachzeitschrift ZfK bleibt das auch 2027 so. Ein Vorschlag der Grünen, die Steuer für alle zu senken, fand im April im Bundestag keine Mehrheit. Die Regierung verweist auf die Kosten für den Haushalt.

So viel Stromsteuer zahlen Sie im Jahr

Auf die 2,05 Cent kommt noch die Umsatzsteuer von 19 Prozent. Pro Kilowattstunde sind das rund 2,44 Cent. Je nach Verbrauch ergibt das ungefähr:

  • 1.500 Kilowattstunden (Single): rund 37 Euro im Jahr
  • 2.500 Kilowattstunden (Paar): rund 61 Euro
  • 3.500 Kilowattstunden (Familie mit einem Kind): rund 85 Euro
  • 8.000 Kilowattstunden (Haus mit Wärmepumpe): rund 195 Euro

Würde die Steuer auf das EU-Minimum von 0,1 Cent sinken, blieben davon nur wenige Euro übrig. Eine Familie mit 3.500 Kilowattstunden würde rund 81 Euro im Jahr sparen, ein Haus mit Wärmepumpe etwa 186 Euro. Zum Vergleich: Die Kürzung beim Netzzuschuss 2027 kostet dieselbe Familie nur rund zehn Euro.

Wo die Stromsteuer auf Ihrer Rechnung steht

In der Jahresabrechnung weist Ihr Anbieter die Preisbestandteile einzeln aus, meist auf der zweiten Seite. Dort finden Sie die Stromsteuer in Cent je Kilowattstunde, direkt neben Netzentgelt, Umlagen und Konzessionsabgabe. Steht dort ein anderer Wert als 2,05 Cent, lohnt eine Nachfrage beim Anbieter.

Kein Anbieter kann sie Ihnen ersparen

Die Stromsteuer ist bei allen Anbietern gleich hoch, bei Stadtwerken, Discountern und in der Grundversorgung. Auch ein Ökostromtarif oder ein dynamischer Tarif ändert nichts daran.

Bei kleinen Betrieben lohnt ein genauer Blick. Ein Friseursalon, eine Arztpraxis oder ein Büro zahlt den vollen Satz wie ein Haushalt. Nur Betriebe, die etwas herstellen, etwa eine Tischlerei, können beim Hauptzollamt die Ermäßigung beantragen. Sie kommt nicht automatisch.

Wo Sie trotzdem sparen können

Weil die Steuer pro Kilowattstunde anfällt, spart jede Kilowattstunde weniger auch Steuer. Die großen Posten im Haushalt sind oft Geräte, die ständig laufen: ein alter Kühlschrank oder eine zweite Gefriertruhe im Keller, eine ältere Umwälzpumpe der Heizung oder viele Geräte im Standby. Ein Strommessgerät für die Steckdose kostet rund 15 Euro und zeigt schnell, wo der Strom hingeht.

Mehr bringt meist der Tarif. Beschaffung und Vertrieb machen rund 41 Prozent des Strompreises aus, und nur dort unterscheiden sich die Anbieter. Wer aus der Grundversorgung wechselt, spart in der Regel ein Vielfaches dessen, was eine Stromsteuersenkung bringen würde.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Stromsteuer 2026 und 2027?

Für private Haushalte 2,05 Cent je Kilowattstunde netto, mit Umsatzsteuer rund 2,44 Cent. Nach aktuellem Stand ändert sich das 2027 nicht.

Kann ich die Stromsteuer mit einem anderen Anbieter vermeiden?

Nein. Jeder Anbieter muss sie in gleicher Höhe abführen. Unterschiede zwischen Tarifen entstehen nur bei Beschaffung und Vertrieb.

Warum zahlt die Industrie weniger Stromsteuer als ich?

Die Bundesregierung hat die Steuer für das produzierende Gewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft auf 0,05 Cent gesenkt, um Betriebe im internationalen Wettbewerb zu entlasten. Eine Senkung für Haushalte wurde angekündigt, aber bisher nicht beschlossen.

Quellen

  • ZfK, Strompreis 2027: Reiches Entlastungen im Überblick (13.8.2026)
  • Deutscher Bundestag, Textarchiv KW 16/2026 zur Stromsteuerdebatte
  • abgeordnetenwatch.de, Abstimmung zur Änderung des Stromsteuergesetzes (April 2026)
  • Handelsblatt/dpa mit BDEW-Stellungnahme (26.7.2026)
  • BDEW-Strompreisanalyse (Januar 2026)
  • Stand: 24.09.2026